Glückspsychologie
Schreibe einen Kommentar

Glück ist die Grundeinstellung unseres Geistes

Kann das stimmen? Glück ist die Grundeinstellung unseres Geistes – quasi der ‚Default Mode‘ oder die Werkseinstellung? Hast Du nicht auch das Gefühl, es ist zu schön, um wahr zu sein? Klingt es für Dich auch zu sehr nach „Das ist positiv-denken um jeden Preis, denn in Wahrheit ist das Leben und die Welt ganz anders, sie ist kein Paradies und ich bin nicht immer glücklich.

End of story.

Oder etwa nicht? Was ist die Wahrheit und wer bestimmt das eigentlich? Hat nicht jeder von uns seine eigene Sicht auf das Leben und damit auch seine eigene Wahrheit? Gibt es vielleicht doch Menschen, die das Glück jeden Tag erfahren? Also, ich meine nicht diese aufgesetzte Fröhlichkeit der „Think positive“-Anhänger. Ich meine dieses „Hey, ich bin so zufrieden, mir fehlt gerade nichts“-Glück.

Glück ist die Grundeinstellung unseres Geistes und wenn der Geist ruhig und klar ist, kehrt er in diesen Urzustand zurück. Das sagen erfahrene, buddhistische Meditationsmeister.

Oder Chade-Meng Tan, einem der ersten Super-Brains bei Google. Er erklärt in zwei Minuten, wie man glücklich sein kann, selbst wenn man gerade nichts besonderes erlebt oder wenn es einem nicht gut geht:

Glück ist also nicht etwas, dem man hinterherjagt, sondern Glück ist etwas, das man zulässt und das kann jeder von uns trainieren. Und wenn Du dazu noch ein zweites, eindringliches Video willst, das Dir nicht mehr aus dem Kopf geht, dann höre für 2 Minuten Prem Rawat zu:

„Was trainierst Du denn jeden Tag?

Denn das, was Du trainierst, darin wirst Du richtig gut!

Also, was trainierst Du?

Trainierst Du es glücklich zu sein?

Oder trainierst Du, Dich zu beschweren? Denn, wenn Du übst, Dich zu beschweren, dann wirst Du darin richtig gut. Du wirst darin so gut, dass Du überall Fehler findest. Selbst wenn es keinen Fehler gibt, den eine Laie findet könnte – Du als ein Experte im Beschweren wirst ihn finden!

Also: Was trainiert Du? Trainierst Du, wütend zu sein? Denn, wenn Du übst wütend zu sein, dann wirst Du darin richtig gut. Du wirst darin so gut, dass selbst die trivialste Situation, die Du Dir vorstellen kannst, Dich wütend macht. Wie zum Beispiel, wenn Du im Flugzeug sitzt und der Sitz schräg gegenüber sieht viel toller aus, als der den Du bekommen hast. Das ist so unfair von der Fluggesellschaft!

Was trainierst Du? Trainierst Du, Dich zu sorgen? Denn, wenn Du übst, Dir Sorgen zu machen, dann wirst Du darin richtig gut. Du wirst darin so gut, dass Du Dich wegen allem sorgst, sogar wegen der tollen Stiefel, die Du nicht hast.

Also, wenn es stimmt, dass es hier nur um Training geht, dann schlage ich vor, dass Du Glück und Freude trainierst.“

Weise Worte eines 7-jährigen…

Wenn Du noch mehr dazu wissen willst, dann erzähle ich Dir auch ein bisschen von meinem Training: Zuerst einmal betreibe ich diesen Blog, für den ich Artikel über Glück und alles was glücklich macht, schreiben darf. Seitdem ich das tue, kommen immer mehr tolle, phantastische Nachrichten auf mich zu und ich staune nur noch, welche tollen, glückbringenden Aktionen, Menschen und Nachrichten es auf dieser Welt gibt, die ich vorher nicht gesehen habe.

Zweitens versuche ich meine Mitmenschen auf einem hohen Level als toll und phantastisch zu sehen: Ich überlege mir, was sie gut können und was sie gutes tun und sage es ihnen. Das ist spitze!

Und drittens ist da noch der Alltag. Die Zeit, wo mich meine alten Gewohnheiten überrollen und ich mich über Situationen und Menschen ärgere, die sich nicht so verhalten, wie ich mir das vorstelle. Haha, lach ruhig, aber vielleicht kennst Du diese Situationen ja auch. Mein Ärger ist so übermächtig, dass kein Gegenmittel funktioniert: Die anderen sind doof, ich ärgere mich, zweifle an mir, fühle mich unsicher und gehe am Ende sehr hart mit mir ins Gericht. Was ich so über mich denke, würde ich nie über eine andere Person sagen. An manchen Tagen ist mein Ärger sogar so übermachtig, dass ich nicht dagegen ankomme. Am Wochenende war genau so eine Zeit.

Wenn die Dämonen des Alltags übermächtig werden fühle ich mich ohnmächtig...

Wenn die Dämonen des Alltags übermächtig werden fühle ich mich ohnmächtig…

Als ich aus meinen Gedankenspiralen einfach nicht mehr rauskam und nicht mehr weiter wusste, nahm ich mir mein altes Tagebuch zu Hand und schrieb alles Tolle und Gute zu den Personen auf, über die ich mich ärgerte. Wie von selbst kam dann ein Gedanke: „Wenn Du gegen Deine Ärger kämpfst, wird er nur noch stärker. Wenn Du den Kampf aufgibst, dann wird Dein Gegner nicht mehr wissen gegen wen er kämpfen sollen und gehen.“

Das ist quasi mein Weg von Mengs „Loslassen“ und genau das habe ich heute Mittag gemacht, bei einem deftigem Essen (Schnitzel und Bulette mit Käsespätzle) und einem anschließenden Stück Kuchen. Ich habe mich meinen Dämonen innerlich ergeben und war sogar so weit, zu sagen: „Dann fresst mich eben mit Haut und Haaren, denn ich will nicht mehr in Angst vor euch leben. Ich möchte etwas anderes. Wenn das bedeutet, dass sich die Dinge ändern, dann ist das so. Ich hänge an gar nichts mehr. Ich will mich nicht mehr von euch abhängig machen!“

Tja, danach kehrte Ruhe ein. Es fühlt sich ein bisschen an wie verbrannte Erde, aber viel leichter und erträglicher als vorher – mit Sonnenaufgang 🙂 Es ist OK. Es ist ein Annehmen, von dem was ist. Ohne Sensation oder Extra-Applaus oder ein anerkennendes Schulterklopfen. Aber es ist ein innerlicher Sieg und das ist mehr wert, als ich mir vorstellen konnte. Das beste ist: Die blöden Kommentare sind weg. Frieden beginnt in mir und strahlt dann nach außen 😊

Ein Hauch von Sonnenaufgang über verbrannter Erde - das ist schon viel besser als vorher!

Ein Hauch von Sonnenaufgang über verbrannter Erde – das ist schon viel besser als vorher!

Morgen mache ich mit meinem Glücktraining weiter und bin mir nicht böse, wenn ich es nicht perfekt hinkriege 🙂

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.