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Zero Waste: kann das klappen? Der Ort Capannori in der Toskana will dieses Ziel bis 2020 erreichen

So viel recyclen wie möglich, Dinge reparieren, Bio-Abfälle kompostieren, möglichst viele Sachen ohne Umverpackung einkaufen: es gibt viele Ideen, so weit es geht auf Müll zu verzichten und das Ziel „Zero Waste“ anzupeilen.

Dass sich jedoch eine ganze Stadt (auch wenn sie klein ist) dieser Idee verschreibt, ist neu. Zumindest für uns Deutsche, denn die Idee einer „Zero Waste City“ ist besonders in den Südeuropäischen Ländern weit verbreitet (siehe Karte). Italien ist mit 270 Städten und Gemeinden das Vorreiter-Land – sogar Neapel macht mit (erinnert ihr euch noch an die Fotos von Müllbergen mitten in der Stadt?)

Bildquelle: ruhrnachrichten.de

Diese Städte nehmen sich vor, den Restmüll mehr und mehr zu reduzieren und die Recycling-Raten deutlich zu erhöhen. Damit das gut klappt, wird vor allem viel erklärt: in der Schule, durch die Müllabfuhr (wenn sie mal einen Beutel wegen unpassenden Inhalten nicht mitnimmt) und manche Kommune leistet sich gar ein Zero Waste Recherche-Zentrum, in dem nach Alternativen zu Wegwerfprodukten gefahndet wird.

Angefangen hat alles im schönen toskanischen Städtchen Capannori. Die beschauliche 46.000 Einwohner-Kommune beschloss vor 10 Jahren, die erste Zero Waste City überhaupt zu werden. Seitdem hat sich der Restmüll pro Einwohner und Jahr von 700 auf 411 kg reduziert, die Recyclingquote ist von 39% auf 79% angestiegen (Deutschland: 66%). Eine tolle Bilanz, aber ihre Bewohner sehen sich noch nicht am Ziel: Bis 2020 soll die Recyclingquote bei stolzen 95% liegen. Dazu wird jeder Müllbeutel mit einem Chip versehen und beim Abholen gewogen. Die Müllgebühren richten sich nach dem Gewicht, pro Beutel sind das ca. 10 EUR (!). Die Müllmänner sind gleichzeitig auch Botschafter der neuen Politik. Damit wird die Stadtreinigung zwar teurer, aber gleichzeitig sind auch 40 neue Arbeitsplätze entstanden. Das ist klug angelegtes Geld, wie ich finde…

Bildquelle: unverpackt-mainz.de

In unseren Landen gibt es auch jede Menge Ideen, Müll einzusparen, zum Beispiel:

  • Die vielen „Unverpackt“-Läden, in denen man seine eigenen Behälter mitbringt, hier ist eine Liste
  • Solidarische Landwirtschaft: Hier versorgt ein Bauernhof 150 – 200 Personen im Umkreis, man darf sich soviel Obst und Gemüse mitnehmen, wie man benötigt und bezahlt einen monatlichen Grundbetrag. Hier ist eine Liste aller bestehenden und zukünftigen Höfe
  • Gemüse-Kisten: Eine Auswahl an schönem Gemüse und Obst wird einem in einer „Bio Kiste“ nach Hause geliefert. Es gibt sogar mittlerweile bundesweite Verbände, die, gut organisiert, regionales Gemüse liefern
  • www.mundraub.org: Hier gibt es eine tolle Sammlung an Orten in Städten und Gemeinden, wo wilde Kräuter oder Obstbäume zu finden sind, die der Allgemeinheit gehören und von denen man sich so viel nehmen darf, wie man will
  • Secondhand/Sozial-Käufhäuser, in denen man gebrauchte Elektrogeräte, Möbel, Fahrräder, Lampen und ähnliches findet oder abgeben kann
  • Wir in Freiburg stellen schöne Dinge, die wir nicht mehr benötigen, gerne mal direkt vor der Haustür in einer Kiste auf eine Straße. Jeder nimmt sich dann, was er braucht. Bei meinem letzten Umzug musste ich nicht mal den Sperrmüll informieren – sogar meine IKEA-Bücherregale fanden in Null-Komma-Nix einen neuen Besitzer…

Bildquelle: Stadtverwaltung Venlo

Dann gibt es noch die Cradle-to-Cradle-Bewegung. Hier geht es unter anderem darum, bei Bauvorhaben ausschließlich Materialien zu verwenden, die anschließend wiederverwertet oder in den Öko-Kreislauf zurückgeführt werden können. Die Stadt Venlo hat sich diesem Prinzip in hohem Maße verschrieben und gleich ihr Rathaus in der neuen Bauweise erstellt. Schaut mal hier: https://c2cvenlo.nl/de/stadtverwaltung-venlo/

Gibt es auch Dinge, die Du machst, um Müll zu vermeiden? Wenn ja, erzähl doch etwas darüber in den Kommentaren, ich freue mich darauf 🙂

 

Bildquelle Titel: Pixabay.com

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